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Story Notes:

Sequel zu "Wo du hingehörst".

Author's Chapter Notes:

Sequel: "Wo du hingehörst", ausgehend vom "Unhappy-End".
Notiz: Spielt nach dem Ende von TAS, jedoch weit vor ST:TMP.

Du hrst von mir



"NEIN!", schrie Kirk und seine Stimme berschlug sich. Entsetzt rannte er auf den Mann zu, aus dessen Phaser sich der Schuss gelst hatte. "NEIN! Sie verdammter Idiot! Was tun Sie denn da?", heulte er auf und sprte, dass er am ganzen Krper zitterte. Hart schlug er dem Mann den Phaser aus der Hand. Kalter Schwei stand ihm auf der Stirn. "Sie Idiot!", sthnte er mit Trnenerstickter Stimme, whrend er nach Spock griff und langsam mit ihm auf die Knie sank.

"Captain ...", begann der Mann, der geschossen hatte, entschlossen die Wahrheit zu wissen. "Ich habe es getan, um das Schiff und seine Besatzung zu schtzen."

"Was reden Sie denn da, Mann? Das ist der Erste Offizier, Carlson!", schrie Kirk ihn nun wtend an.

"Spock!"

Trnen verschleierten ihm den Blick, als er beobachtete wie der Vulkanier in seinen Armen immer mehr in sich zusammensackte. Zwei Sicherheitsleute kamen angerannt und richteten ihre Phaser auf Carlson, der sich nicht rhrte und apathisch auf Spock und Kirk hinabsah. Jim sah den Lieutenant mit einer Mischung aus Zorn, Unglaube und Verzweiflung an, gab dann den Sicherheitsleuten den wortlosen Befehl, den Mann in Gewahrsam zu nehmen. Dann wandte er sich wieder seinem Ersten Offizier zu.

"Nein ... bitte ... Spock", flsterte Kirk und wiegte seinen, sich vor Schmerzen krmmenden, Freund im Arm. Wie in Trance verlieen die Worte seinen Mund. "Wir brauchen einen Arzt ... jemand holt einen Arzt ..." Als niemand reagierte, schrie er den erstbesten Offizier an, der ihm ins Blickfeld geriet: "Rufen Sie Dr. McCoy." Und als der nicht gleich reagierte, setzte er panisch nach "SOFORT!"

Der Vulkanier sah ihn aus trben Augen an, hielt sich mit seiner rechten Hand eine Stelle unterhalb der linken Rippe aus der grnes Blut durch sein Uniformhemd sickerte und atmete schwer.

"Jim ...", flehte er leise und griff mit seiner freien Hand verkrampft nach Kirks Arm.

"Nicht bewegen, T-- ... Spock."

Beinahe wre ihm das Wort herausgerutscht, welches er nicht mehr das Recht hatte zu sagen. Und er sprte wieder den Schmerz. Sollte er ihn nun auch noch so verlieren? Nein!

"Captain ...", rchelte der Vulkanier. "Ich werde es nicht schaffen, er hat mein Herz gestreift."
"Spock, bitte sag sowas nicht. Du wirst nicht sterben!" beschwor Kirk ihn. "Du darfst nicht sterben! Ich werde dich so nicht verlieren. Bleib bei mir. Verlass mich nicht." Er wusste nicht, ob er immer noch nur das berleben Spocks meinte, oder ob es auch ein Flehen war, die Beziehung nicht zu verlieren. "... bitte halt durch ..."

Spock sah ihn an und ein gequltes Lcheln umspielte Jims Lippen. Er wollte ihm so gern sagen, dass er ihn liebte, doch er konnte es nicht. Sie waren nicht allein. Seit Carlson auf Spock geschossen hatte, herrschte ein reges Treiben um sie herum. Und Jim hatte auch kein Recht mehr, diesen Ausdruck seiner Gefhle dem Vulkanier gegenber zu uern. Er hasste was passiert war. Er hasste sich. Er schloss seine Augen und ksste Spock in Gedanken. Das konnte ihm niemand versagen.

Kirk sah auf. Noch immer war kein medizinisches Personal da.
"Wo ist Dr. McCoy? Warum ist er noch nicht hier?", fragte er genervt, doch er bekam keine Antwort. Alle standen wie in Trance um sie herum und starrten auf Spock. "WO IST McCOY?!", schrie er nun zornig. Noch whrend er sprach, zog er seinen Kommunikator hervor, ffnete ihn und rief die 'Enterprise'.

"Kirk an Dr. McCoy!", sprach er in einem harten Ton in seinen Kommunikator. Sofort hrte er die Stimme des Arztes.

"McCoy hier, was ist los Jim?"

"Pille, komm her. Schnell ... Spock ..." Ihm versagten die Worte.

"Was ist passiert?", kam die Stimme des Bordarztes nun besorgt aus dem elektronischen Gerts.

"Spock wurde niedergeschossen. Er sagt, dass sein Herz gestreift wurde. Er wird sterben, wenn er nicht sofort medizinische Hilfe bekommt. Bitte komm runter. Sofort!" Seine Worte hrten sich fast flehend an. Ohne eine Antwort abzuwarten, klappte er seinen Kommunikator wieder zu.

Carlson hatte den Ersten Offizier niedergeschossen und behauptet, es sei zum Wohl der Besatzung und des Schiffes passiert. Wie konnte Spock dem Schiff gefhrlich sein? Es war doch im Prinzip auch sein Schiff, es war sein zu Hause, die Besatzung seine Familie. Kirk konnte sich nicht erklren, was da eigentlich gerade passiert war. Es ging so schnell, dass er nichts mehr tun konnte, auer auf die Folgen zu reagieren, doch auch das war zu wenig. Er hasste sich. Er hatte nicht verhindern knnen, was passiert war. Er hatte nicht verhindert, was er htte verhindern knnen.

'Spock ...' schrie Kirks Geist so laut er konnte und schluckte hart.

Als er sich endlich gefangen hatte, riss er einen Fetzen von seinem Uniformhemd und wollte gerade Spocks Wunde notdrftig versorgen, als er das bekannte Surren des Transporters hrte und einige Schritte von ihm entfernt drei Personen materialisierten. McCoy kam in Begleitung von Schwester Chapel und Dr. M'Benga auf ihn zu. Der Schwester entfuhr ein leises Gerusch des Entsetzens, als sie den Captain am Boden sitzen sah, der den schwerverletzten Spock im Arm hielt.

"Was ist passiert?" fragte McCoy noch bevor er sich zu ihm gekniet hatte.

"Er wurde angeschossen ...", nuschelte Kirk, ohne seinen Blick von Spock abzuwenden, "... von Carlson."

Ruckartig sah Pille zu ihm auf.

"Was ist denn in den gefahren. Ist er vllig von Sinnen? Er htte ihn tten knnen." McCoy schttelte verstndnislos den Kopf whrend er sein Untersuchung durchfhrte.

"Er meinte, es sei zum Wohl des Schiffes gewesen ..."

"Was ist denn das fr ein Bldsinn? Jim, auch wenn ich mit deinem Vulkanier nicht immer einer Meinung bin, aber zum Wohl des Schiffes ist er, wenn er auf der Brcke ist ... an deiner Seite."

Pille blickte Kirk kurz an und sah, dass das die Situation fr Jim jetzt auch nicht verbessern wrde. Also beendete er ohne weiteres Wort seine Untersuchung. Erst als er fertig war, wandte er sich wieder Kirk zu.

"Seine Lebenszeichen sind schwach, aber er wird es schaffen. Er ist ein harter Bursche und hat schon anderes berlebt." Er sah die traurigen, trnengerteten Augen Jims als er hinzufgte. "Wir bringen ihn erst mal aufs Schiff, dort haben wir die besseren Instrumente."

Jim nickte unmerklich und lie den Vulkanier nur widerwillig aus seinem Arm. Schwester Chapel verabreichte Spock ein stabilisierendes Medikament und strich ihm besorgt, ja beinahe zrtlich ber die Stirn. Sie hatte gehofft, dass es niemand merken wrde, aber als die aufsah, blickte sie Kirk direkt in die Augen. Verunsichert verzog sie ihren Mund zu so etwas wie einem Lcheln und stand auf. M'Benga, der den Transport vorbereitete, kam zu ihr und gab ihr Anweisung, die sie erleichtert ausfhrte. Die beiden rzte hoben den bewusstlosen Vulkanier vorsichtig auf die mitgebrachte Trage. Kirk beobachtete sie dabei und lie Spock dabei keine Sekunde aus den Augen. Er fhlte wie seine Kraft ihn verlie und ihm Trnen den Blick verschleierten. Doch er wusste, dass das jetzt nicht der richtige Moment war, seine Fassung zu verlieren. Also schluckte er seine Trnen mhsam hinunter und konzentrierte sich auf seine Rolle des starken Captains, der gerade jetzt fr seine Crew wichtig war.

Das medizinische Team machte sich zum hochbeamen bereit. McCoy holte gerade seinen Kommunikator hervor, als er Kirks Blick auffing, der zwischen ihm und Spock hin und her wanderte. Seine Augen fragend, doch er konnte nicht sprechen.

"Jim." McCoy verstand Kirks wortlose Blicke. "Er wird nicht sterben. Dazu ist er viel zu stur." Er versuchte ein Lcheln, das aber nur zum Abbild einer Grimasse wurde. Dann setzte er hinzu: "Du kannst ihn sehen, solange und so oft du willst, sobald wir mit der Operation fertig sind."

Kirk nickte und sah zu, wie die Drei mit seinem verletzten Offizier schlielich entmaterialisierten. Gedankenverloren hob er Carlsons Phaser auf, der vor ihm im staubigen Boden lag und erkannte mit Entsetzen, dass er auf tten eingestellt war.

* * * * *

Jim war sofort in die Krankenstation gekommen, nachdem Pille ihm Bescheid gegeben hatte, dass die Operation beendet und erfolgreich gewesen war. Nun sa er neben Spocks Bett und sah ihn an. Zgerlich nahm er die Hand des Vulkaniers und strich ihm gedankenverloren mit dem Daumen ber den Handrcken. Er betrachtete die langen schlanken Finger, die leblos wirkten. Er musste schlucken, da ihm die Trnen schon wieder unkontrolliert in die Augen stiegen. Langsam senkte Kirk seinen Kopf auf die in seiner liegenden Hand Spocks.

~**~
Ihm fielen Gesprche mit Pille ein. Der Arzt war als engste Vertrauensperson der Erste zu dem er ging, wenn er Sorgen hatte. So auch in diesem Fall. Er hatte ein merkwrdiges Verlangen gesprt, das er sich nicht erklren konnte; Eifersucht, die er nicht verstand; das Gefhl der Unvollstndigkeit, wenn er allein Dienst tat. Unvollstndigkeit. Eifersucht. Verlangen. Spock. Er liebte die Ausgeglichenheit und die rationale Zurckhaltung des Vulkaniers. Die schier unendliche Gelassenheit Spocks. So schien es jedenfalls. Es dauerte lange, ehe er erkannte, was Spock wirklich fr ihn bedeutete. Und es dauerte noch einmal so lange, ehe er sich darber klar wurde, was das fr ihn und seine Beziehung zu seinem vulkanischen Freund bedeutete.

Pille war amsiert darber, dass er ihm das Offensichtliche erklren musste; dass Jim sich verliebt hatte. Er fhlte sich wie bei seiner ersten Liebe an der Akademie. Die Schmetterlinge in seinem Bauch waren kaum unter Kontrolle zu bringen, seine Hormone spielten verrckt. Erst seine Angst von Spock eine Abfuhr zu bekommen, bremste ihn in seiner Euphorie und brachte ihn wieder auf den Boden der Tatsachen zurck. Er hatte fast tglich bei Pille in der Krankenstation gesessen und von Spock geschwrmt, als htte er ihn gerade erst kennengelernt. Alles war auergewhnlich und unfassbar, bis Pille ihm immer wieder geraten hatte, das Risiko einzugehen. Und dann, als sie einmal allein waren, hatten sie das Gesprch in dem er es ihm gesagt hatte. Spock hatte ausgesprochen gefasst reagiert und fr Jim berraschenderweise die Gefhle erwidert. Es war so unwirklich.

Spock hatte ihm erklrt, dass er nie in Erwgung gezogen hatte, seinen Gefhlen, die er als unwichtig wenn nicht sogar als nicht vorhanden abstrafte, nachzugeben und eine Intensivierung der Freundschaft fr ihn auer Frage stand. Er hatte von Seelenverwandtschaft gesprochen, die er seit ihrer ersten Begegnung sprte. Er dachte an all das und es schien ihm pltzlich viel unkomplizierter als es in der Realitt gewesen war. Alles war so anders und blieb alles gleich, nur dass sie ihre Gefhle, die sie in ihren Blicken und Worten trugen nun nicht mehr voreinander verstecken mussten. Es war als htten sie einen schwierigen Bereich abgehakt und ihren inneren Frieden wiedergefunden. Doch es hatte noch lange gedauert, ehe ihre Beziehung sich wirklich entwickelte.

Und nun? Nun war alles vorbei. Kaputt. Doch wer trug Schuld? Spock? Er selbst? Beide? Keiner? Was war passiert? Jim sprte noch immer diese Verbundenheit. Er konnte sich ein Leben ohne Spock an seiner Seite nicht vorstellen. Und er wollte es auch nicht. Er wrde kmpfen und wenn es das Letzte wre, was er tun wrde...
~**~

Trnen lsten sich heimlich, liefen ber seine Nase und tropften auf Spocks Hand.

'Wieso habe ich diese Beziehung so aufs Spiel gesetzt? Wofr? Fr meine egoistischen Bedrfnisse, die Spock nicht nachvollziehen konnte, weil er andere Prioritten hatte? Warum habe ich nicht auf Pille gehrt? Wieso bin ich zu Susan gegangen, obwohl es eigentlich Spock war, dessen Nhe ich wollte? Wieso? Wieso bin ich so ein verdammter Idiot?'

Immer und immer wieder gingen ihm diese Gedanken durch den Kopf. Er hasste sich fr seine Schwche. Er gab sich allein die Schuld fr das Scheitern, obwohl Spock selbst ebenfalls Schuld daran einrumte. Das erste Mal in seinem Leben wahrscheinlich seinen Mangel an Gefhlswrme verfluchte, wenn er dazu berhaupt fhig war, und gern alles anders gemacht htte. Doch fr Spock war das nun zu spt, es wre ein Kampf um verdorbene Frchte, wie er sich auszudrcken pflegte.

'Aber Spock trifft keine Schuld' schrie Kirk fast in Gedanken. 'Ich habe ihn betrogen, nicht er mich! Ich habe ihn angeschrien, nicht er mich! Ich habe Dinge von ihm verlangt, die er nicht geben konnte, was er niemals von mir gefordert hatte! Ich wusste das alles und habe trotzdem getan, was ich getan habe...' Er krallte sich an Spocks Hand, die noch immer bewegungslos auf dem Bett lag.

Irgendwann war Jim eingedst. Er wollte nicht zurck in sein Quartier gehen, in dem es kalt und leer war. Er wrde diese Leere und Klte noch lange genug spren, dessen war er sich sicher. Er wollte hier sein, hier wo er hingehrte, bei Spock. Er wollte ihn halten, ihn spren und da sein, wenn er aufwachte. Spock sollte sehen, dass es fr Jim nichts Wichtigeres gab. Er hoffte, dass kein Notruf hereinkam, der seine Anwesenheit auf der Brcke verlangte. Solange wusste er das Schiff bei Scotty in guten Hnden.

Jim ffnete verschlafen die Augen und als er den Blick hob, sah er, dass Spocks Kopf zur Seite gewandt war, so als htte er ihn angesehen. Er war also nicht mehr in Heiltrance, sondern schlief. Das beruhigte Jim sehr und er dankte Pille und M'Benga fr ihre Fhigkeiten. Nun war er nur noch glcklich, hier zu sitzen und Spock beim Schlafen zuzusehen. Zu sehen, wie sein Partner sich von seiner Verletzung erholte. 'Sein Partner?' Es war alles so unklar, so verschwommen und so falsch, wie es momentan war. Seit der Sache mit Susan. Es war ein Fehler gewesen, das wusste er nun, ein Riesenfehler, aber es war nicht mehr zu ndern.

~**~
Jim war am Tag nach seiner Entscheidung noch einmal zu Susan gegangen und hatte versucht, ihr zu erklren was in ihm vorging. Er hatte versucht, ihr zu erklren, dass er Spock liebte, dass er sie aber nicht benutzt hatte. Er wollte nicht, dass sie schlecht von ihm dachte. Er war so bemht, dass er kaum die richtigen Worte fand, dass es beinahe wieder zu einem Streit gekommen wre. Er hatte sich entschuldigt und sie um Vergebung gebeten. Er hatte sie nicht verletzen wollen, er hatte nur Liebe und Zuneigung gesucht. Und er hatte sie bei ihr gefunden. Sie war sehr traurig gewesen, aber sie hatte ihn verstanden. Seit dem Moment, da sie von Jims Beziehung zu Spock erfahren hatte, war ihr bewusst gewesen, dass sie niemals zwischen sie kommen konnte. Spock liebte den Captain so sehr, dass sein Besitzanspruch beinahe greifbar war. So wagte auch niemand einen Versuch, die Beiden zu entzweien. Nach dem Gesprch waren Susan und Jim sich in die Arme gefallen und hatten geweint. Ein letzter flchtiger Kuss und ein trauriger Blick beendete die Affre zwischen ihnen. Jim wusste nicht, ob und wie es mit ihm und Spock weitergehen wrde, aber er wusste, er wrde nichts unversucht lassen.
~**~

Jims Gedanken an Susan wurden verdrngt von Gedanken an Spock, wie der Vulkanier seine Hand hielt, wie er ihm erklrte, was 'T'hy'la' bedeutete. Jim gab dem Schmerz in seinem Herzen und in seinem Hals nach und weinte. Schon lange hatte er nicht mehr so viel geweint, aber es war ihm egal. Er war auch nur ein Mensch. Warum musste es so enden?

"Jim ...", hrte Kirk es leise neben sich. berrascht hob er den Kopf und wischte seine Trnen fort. Spock war aufgewacht – endlich.

* * * * *

Nachdem Spock die Krankenstation verlassen konnte, kehrte er in sein Quartier zurck und genoss die Ruhe und Einsamkeit, die ihn dort empfing. Er hatte Jims Anwesenheit die ganze Zeit ber gesprt, seit dem Moment, als er die Krankstation betreten hatte. Er hatte seine Berhrungen gesprt. Und er hatte dessen Gedanken empfangen. Er wollte es nicht, doch er war zu schwach, sich dagegen abzuschirmen. Das alles machte seine Entscheidung, die er vor dem Angriff fr sich getroffen hatte, nicht leichter. Er liebte Jim und er wusste Jim liebte ihn. Und doch wollte er ihm nicht im Weg sein. Er wollte nicht, dass Jim sich seinetwegen in eine Abhngigkeit begab, hinter der er nicht vollends stand.

Spock sprte, dass Jim mit ihrer Beziehung berfordert war. Und er sprte, dass Jim nicht geben konnte, was Spock wollte. Jim war ein Einzelgnger, ein Mann, der sich nicht gern unterordnete, der sich nicht band und der nicht nachgab. Spock musste innerlich lcheln, denn eigentlich musste das mit ihnen schief gehen, denn sie waren sich so hnlich. Auch er war ein Einzelgnger – auer wenn es um Jim ging. Auch er war ein Mann, der sich nicht gern unterordnete – auer wenn es um Jim ging. Auch er wollte sich nicht binden – auer wenn es um Jim ging. Und auch er war niemand, der nachgeben konnte – auer wenn es um Jim ging.

'Jim ... warum?' rief er in Gedanken und sofort sprte er das Flirren, mit dem Jims ngste, seine Liebe und eine unendliche Einsamkeit, mitschwangen. Soviel Liebe, dass Spock unwillkrlich schluckte und trotzdem blieb er hart. Sein Entschluss stand fest – er wrde die 'Enterprise' verlassen...

* * * * *

Sie hatten ein langes Gesprch, in dem Jim immer wieder betonte, dass Spock fr ihn mehr als nur 'sein Vulkanier' war. Er war immer da, immer. Jim betonte, dass er nichts anderes wollte, als dass Spock bei ihm blieb. Fr Spock war es das emotionalste Gesprch, das er je mit Jim gefhrt hatte, seit ... seit es vorbei war. Spock hatte die Worte gesagt, die Jim so lange hatte hren wollen, aber nicht weil er ihm damit einen Gefallen tun wollte, sondern weil er es in diesem Moment als richtig und wichtig empfand. Es war die einzige Mglichkeit seiner Liebe zu Jim noch Ausdruck zu verleihen. Berhrungen waren auf ein Minimum zurckgegangen. Beide wussten nicht, wie weit sie gehen durften. Die Situation war verrckt, es war als trenne sie eine unsichtbare Wand, die sie berwinden wollten, aber nicht konnten. Schlielich hatte Spock Jim von seinen Plnen berichtet, die 'Enterprise' und auch die Sternenflotte zu verlassen, um zum Vulkan zurckzugehen, wo er sich entschieden hatte, das Kolinahr abzulegen. Jim war entsetzt gewesen und sprachlos. Sie hatten lange geschwiegen, ehe Jim das Gesprch mit einer einfachen Frage beendete.

"Lohnt sich der Kampf?"
"Er lohnt sich immer, Jim."

Jim sah dem Vulkanier in die Augen, hoffend, dass er klar machen konnte, was diese Frage fr ihn bedeutete, doch sie sahen sich nur schweigend an. Spock ging langsam auf Jim zu und blieb sehr nah vor ihm stehen, so dass er die Hitze sprte, die Spocks Krper ausstrahlte. Er nahm den Zimtgeruch wahr, der so eigen fr Spock war und das einzige was er jetzt wollte, war ihn in den Arm nehmen, ihn kssen und ... ihn lieben. Sie sahen sich an, doch keiner machte den ersten Schritt.

Dann warf Spock ihm die Entscheidung zurck, indem er sagte: "Jim, wenn es dir das Wert ist, dann kmpfe und du wirst sehen, dass es sich lohnt."

'Was soll das bedeuten, Spock?' fragte Jim ohne Worte.
'Du wirst es wissen, wenn es soweit ist.' gab Spock ebenso wortlos zurck.

Jim verharrte einen Moment, weil er das Gefhl hatte, dass Spock noch etwas sagen wollte, doch als nichts kam, ging er zur Tr. Er wandte sich noch einmal um und sagte voller berzeugung: "Dann werde ich kmpfen, Spock. Denn du bist meine Welt, mein Leben ... alles woran ich denke, alles wovon ich trume und alles was ich ... will." Spocks trauriger Blick entlie ihn, nicht ohne ihm ein in Gedanken gehauchtes 'Danke, T-- ... mein Freund', mitzuschicken.

Als Spock wieder allein war, lief er gedankenverloren in seinem Quartier auf und ab. Was sollte er tun? Was war richtig, was war falsch? Er trug seine persnlichen Dinge zusammen. Auer einiger Auszeichnungen, die er erhalten hatte, und seiner Robe lie er alles andere auf dem Schiff. So verlie er es nicht wirklich, redete er sich ein. Seine Entscheidung nach Vulkan zu gehen, war wahrlich nicht einfach fr ihn gewesen. Aber er hatte so entschieden. Er wollte Jim nicht im Weg sein, was immer er auch vorhatte.

Bereute er seinen Entschluss etwa? Doch eine Entscheidung zu bereuen ist nicht logisch. Sie wurde durch abwgen der Vor- und Nachteile einer Situation getroffen und sie zu revidieren wrde von Unentschlossenheit zeugen. Doch ist es so einfach? Kann man an einem Entschluss festhalten, der aufgrund einer Situation getroffen wurde, die nicht mehr aktuell war? Musste man fr eine endgltige Entscheidung nicht die neusten Erkenntnisse nutzen, um richtig zu entscheiden? War seine Entscheidung immer noch die Richtige? Sollte er vielleicht doch bleiben? Waren Jims Worte nicht Wert zu bleiben?

Das unmerkliche Rucken seines Kopfes kennzeichnete das Ende seiner berlegungen.

* * * * *

Zwei Tage spter, als die 'Enterprise' Starbase Fnf erreichte, verlie Spock das Schiff.
Die letzten Worte die Jim zu Spock sagte, waren: "Du hrst von mir..."


Ende
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