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Spacedwellers

 

Spock lehnte an der Rückwand seines Zimmers als der Türsummer ertönte.

„Herein.“ antwortete er und steckte das Medaillion wieder unter sein Gewand.

Ein Vulkanier betrat den Raum.

Spock hob eine Augenbraue. Er hatte seinen Besucher noch nicht so bald erwartet. Aber alles hatte sich verändert, seit er in dieser alternativen Zeitlinie gestrandet war. Er ging auf den jungen Mann zu.

Der hob seine rechte Hand zum Gruß. Spock erwiderte die Geste. Ihr beider Geist war sich seit ihrem ersten Treffen im Shuttlehangar von Starfleet Command so nah, sie brauchten keine Worte, um sich zu begrüßen. Spock geleitete ihn zu den zwei großen Stühlen, die vor einem wundervollen Panoramafenster standen, dass Sicht auf die Berge des Yosemite Nationalparks freigab.

„Warum hier?“ fragte der junge Mann als er bei diesem Anblick eine Flut von Emotionen durch Spocks Geist bis zu ihm hin strömen fühlte.

„Weil es wunderschön ist.“ antwortete Spock ohne mehr Details über einen bestimmten Urlaub hier vor vielen Dekaden preiszugeben.

Der junge Mann hob seinerseits eine Augenbraue.

So vertraut“. dachte Spock als sich ihre Augen trafen.

„Du warst hier, mit ihm.“ sagte der Vulkanier und sein Gesicht spiegelte ein Wissen, dass nur er beherbergen konnte.

„Ja.“ sagte Spock während er seinem Blick stand hielt.

Der junge Mann senkte plötzlich den Kopf. Spock nahm seine Schulter und sagte: „Spock, es gibt nichts wofür du dich schämen musst.“

„Aber es ist nicht logisch.“ flüsterte der junge Mann als fürchte er, jemand höre seine Worte.

Der alte Mann seufzte. „Ich weiß wie du dich fühlst.“

„Deshalb bin ich zu dir gekommen.“ sagte der Jüngere.

„Das war weise.“ Spock hielt inne. „Aber du musst deine Gefühle zu ihm selbst erforschen. Ich kann nicht wissen, wie sich eure Beziehung in dieser Zeitlinie entwicklen soll.“

Der junge Mann überdachte seine Worte. „Du bist jetzt auch ein Teil dieser Zeitlinie. Es ist logisch, deinen Rat von Zeit zu Zeit einzuholen, stimmst du mir nicht zu?“ fragte er.

Der alte Mann sinnierte darüber, faltete seine Hände und suchte im Inneren nach einer Antwort. „Teile mit mir, was dich bedrückt, Spock.“ sagte der Ältere schließlich und schaute den anderen an. Der nickte.

„Ich lebe in einer Beziehung mit Lt. Uhura.“ begann Spock.

Der alte Mann nickte.

„Ich habe Menschenfrauen immer als passender für mich betrachtet als Vulkanische Frauen. Ich vermute, dass die Wärme meiner menschlichen Mutter einen großen Einfluss auf diese Entscheidung hatte.“

Der alte Mann verstand seine Begründung. Einst hatte er wie dieser junge Mann gedacht, bevor er James Kirk traf.

Der junge Mann sprach weiter. „Ich war zufrieden mit Nyota aber seit ich unter James Kirk diene, fühle ich mich mit jeder Faser meiner Selbst zu seiner Freundschaft hingezogen.“

„Das ist wundervoll, Spock.“ sagte Spock fast zu enthusiastisch. „Was bereitet dir darüber Kopfzerbrechen?“ fragte er weiter.

Der junge Mann senkte seinen Blick. „Ich bin... durcheinander.“

„Weshalb?“ fragte Spock nur um den anderen zu ermutigen sich ihm anzuvertrauen, bereits wissend was er jetzt zu hören bekam.

Der junge Spock hob seinen Kopf. Wenn er es sich nicht selbst sagen konnte, wem sollte er sich dann anvertrauen?

„Ich liebe ihn!“ Es war heraus. Spock holte tief Luft und atmete erleichtert aus.

„Ich weiß.“ antwortete der Alte mit einer Stärke und Überzeugung in der Stimme, dass es den Jungen über alle bekannten Maßen seiner sonstigen Vulkanische Gelassenheit hinaus erstaunte. Das verlieh ihm Kraft.

„Es ist nicht angemessen.“ sagte der junge Spock weiter.

„Zu lieben?“ fragte der andere.

„Seinen vorgesetzten Offizier zu lieben, als Vulkanier.“ wandte der junge Mann ein. Dabei sprang er geradezu aus seinem Sessel. Das war eine unangemesssene Geste für einen Vulkanier aber der alte Mann hatte Nachsicht. Er wusste genau wie tief die Scham und Unsicherheit seines Gegenüber reichte. So blieb er still.

Spock lief an dem Fenster auf und ab.

„Wie soll ich damit zurecht kommen?“ fragte er schließlich und suchte verzweifelt nach einer Offenbarung in den Augen des alten Mannes.

Der stand auf. „Kämpfe nicht dagegen an. Das ist mein erster Rat an dich.“ Er zögerte. Was konnte er ihm sagen, ohne zuviel zu offenbaren? Er rang mit sich. Dann enthüllte er doch:

„Er liebt dich auch.“

Der junge Spock hob beide Augenbrauen.

Der alte Mann nickte stumm. „Hab Vertrauen, Spock. Das ist alles, was du wissen musst um einen Weg zu finden, mit deinen Gefühlen zurecht zu kommen. Verbirg sie nicht mehr als nötig. Versprich mir das.“. Tränen glitzerten in den Augen des alten Mannes.

„Es scheint, ich habe dir bereits mehr Emotionen gezeigt als du es in deinem Leben jemals getan hast.“ sagte der Junge. „Ich werde deine Worte sehr sorgfältig bedenken.“ Er wollte noch mehr sagen, hielt aber plötzlich inne.

„Sprich dich aus, Spock.“ ermutigte ihn der alte Mann.

„Darf ich meine Gedanken ganz mit deinen verschmelzen? Es wäre so viel einfacher zu erklären, was ich dir sagen will.“ forderte er vorsichtig.

Eine Gedankenverschmelzung. Spock zögerte. Er wollte den jungen Mann nicht mit seinen Erinnerungen belasten. „Ich kann nicht erlauben, dass du siehst was ich erlebt habe. Du weißt das.“

„Bitte.“ ein leises Flehen lag in der Stimme des jungen Spocks. „Ich werde dich nicht stören. Ich suche nur meine Verwirrung zu teilen, was ich mit keinem anderen Vulkanier tun kann.“

Der alte Mann ging auf ihn zu.

„Teile deine Gedanken mit Jim, fürchte dich nicht davor. Du wirst überrascht sein, was in ihm ist.“ Mit diesen Worten erhob er seine Hand.

„Vertrau deinen Gefühlen, Spock. Lebe lange und in Frieden.“ sprach er und ein leichtes Lächeln spielte um die Ecken seiner Lippen.

Der junge Mann nickte. „Danke Spock. Frieden und langes Leben.“

 

Die Tür schloss sich hinter ihm und er fühlte eine seltsame Kraft von der Stelle seines Herzens ausgehend, wo die Liebe zu seiner Mutter wohnte. Vielleicht hatte sie zu ihm gesprochen und tat es fortwährend, durch diesen Mann auf der Brücke. Vielleicht war er das Tor, durch dass er gehen musste, um seine menschliche Seite zu erforschen und zu würdigen, um ganz zu sein.

 

 

 

 

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